,

Schnelle KI für Zwischendurch: Wenn der Kopf raucht.

Die meisten Mütter kennen das Szenario: diverse neue E-Mails, Sprachnachrichten, Tagesplanungen, Termine und dabei ist es erst 11 Uhr morgens. Kinderlärm auf der einen Seite, soziale Verpflichtungen oder der Chef auf der anderen Seite. Und wenn dann endlich alle im Bett sind und die Zeit reif wäre für irgendetwas Produktives jenseits von Aufräumen und den Tag vorbereiten, dann ist die Energie weg. Aber trotzdem drückt vielleicht noch die ein oder andere mentale Aufgabe. Ein Geburtstagsgruß? Die Planung einer Feier? Oder vielleicht sogar eine Beschwerdemail an die Hausverwaltung, die Schule oder den Kindergarten? Wie soll das noch funktionieren, wenn der Kopf schon total raucht und ein einziges Chaos ist?

Wenn für das Tippen die Energie nicht mehr reicht

Dieser Beitrag hat nur ein Ziel: dir ein paar Wege zu zeigen, deinen mentalen Overload etwas mildern zu können mit Hilfe der technischen Tools, die du eh schon nutzt. Das ist vor allem das Handy. Und was ich von vielen Müttern per Messenger häufig gesagt bekomme „Oh Gott, ich habe den ganzen Tag so viele E-Mails bekommen, ich mag nicht mehr, ich schick dir jetzt eine Sprachnachricht.“. Scheinbar ist Sprechen für viele Mütter die leichtere Variante. Ich nehme mich da gar nicht aus. Und je nach Ursache des mentalen Overloads reicht es manchmal auch schon, sich Dinge einfach erstmal von der Seele zu reden und direkt in den Notizen zu speichern. Funktioniert beim iPhone super, Android-Telefone dafür auch verschiedene Tools zur Auswahl.

Und Programme wie WhatsApp oder Telegram bieten auch die Möglichkeit statt einer getippten Textnachricht mit Hilfe des Mikrofons Text einzusprechen, der dann mit freundlicher KI-Unterstützung transkribiert wird. Und da war sie wieder: die Alltags-KI, die wir gar nicht wahrnehmen. Die aber eine schöne Entlastung sein kann.

Wenn zum Sortieren der Gedanken nicht mehr die Energie reicht

Während der erste Tipp vor allem hilft, wenn es nur darum geht, lästiges (und auch erschöpfendes) Tippen zu vermeiden, gibt es auch eine weitere Möglichkeit die Funktion des Transkribierens zu nutzen, um eigene Gedanken zu ordnen und zu strukturieren. Etwas, was LLMs besonders gut können ist das Strukturieren von Texten. Wenn ChatGPT oder Gemini eines wirklich gut kann, dann gut strukturierte Texte erschaffen oder aus Texten bestimmte Strukturen herausfiltern. Und das kann in einer mentalen Überforderungssituation Gold wert sein.

Ein Beispiel aus meiner eigenen Vergangenheit: schwierige Situation mit dem Kindergarten. Viele Emotionen auf meiner Seite, ein Adressat auf der anderen Seite, der nicht Teil der Situation war. Also habe ich meine völlig ungeordneten Gedanken dem Chatbot erzählt. Und als ich fertig war, darum gebeten, die Situation zu strukturieren und für mich einen Brief vorzubereiten. Dabei war zwar nicht der erste Entwurf passend. Aber anstatt dass ich 45 Minuten daran gesessen hätte fünf E-Mails zu schreiben, die ich dann verworfen und wieder neu angefangen hätte, hatte ich am Ende klar herausgearbeitet, was mich genau stört und es in einen Tonfall verpacken lassen, der nah an der Sache war ohne ein rein emotionaler Wuttext zu werden.

In Situationen mit Kopfsalat kann ein Chatbot helfen, alles, was im Kopf ist zu strukturieren und zu spiegeln. Aber Obacht: Wer mit persönlichen Daten wie Namen, Adressen, Alter usw. um sich schmeißt, kann hier in gefährliche Fahrwasser gelangen. Die kommerziellen Chatbots laufen in der sogenannten Cloud und das heißt, dass dorthin auch alle erzählten Daten übergeben werden.

Was da helfen kann: erstmal alles in die eigenen Notizen einsprechen, Namen oder andere persönliche Daten löschen oder anonymisieren und dann noch mal in den Chatbot geben. Wobei das Verwandeln von gesprochener Sprache in geschriebenen Text im Chatbot wesentlich besser funktioniert als in der Notizanwendung.

Chatbots sind keine Psycholog:innen

Gerade wenn der Kopf raucht, braucht es manchmal auch jemandem, der einem emotionale Unterstützung bietet. Daher an dieser Stelle zwei kleine Hinweise: ein Chatbot ist im Wesentlichen eine Echokammer, die immer noch sehr viel bestätigt. Selbst wenn du am Anfang des Chats deinem Chatbot mitteilst, dass er besonders kritisch sein soll, wirst du merken, dass die kritische Haltung bei jeder neuen Eingabe durch dich abnimmt. Wenn es sich also um größere Probleme zum Beispiel im familiären Kontext handelt, ist ein Gang zum Familienzentrum oder Familientherapeut:innen manchmal sinnvoller, als die KI als Therapie- oder Unterstützungsersatz zu nutzen. Ein Chatbot ist auch noch immer kein Mensch und auch wenn es entlastend sein kann, deine Gedanken durch den Chatbot strukturieren zu lassen, die Zwischentöne entgehen der KI. Also, nutze das Tool gerne zur Erleichterung, aber lass dich von ihm auch nicht weiter in eine Sorgenspirale manövrieren.

Share
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner