KI im Alltag: Chatbot oder Websuche?

Vielleicht ist es dir auch schon aufgefallen: überall steht heute „mit KI“ dran. Dein neues Handy? Mit einer krassen KI-Unterstützung. Deine Waschmaschine? KI-unterstützte Waschgang-Optimierung. Dein Google Maps? KI-unterstützte Wegsuche. Und jetzt auch noch KI-Übersichten bei den meisten Websuche-Anbietern und für die komplett Technikverliebten KI-Browser. Man, das klingt doch richtig super. Du musst nicht mehr denken. Du hast endlich ein Tool gefunden, das dir nicht nur das Denken abnimmt. Nein, es scheint geradezu zu erraten, was du eigentlich erdenken willst. Wow!

Generative KI: geschaffen, um neue Inhalte zu schaffen

Bevor ich mehr darüber schreibe, warum es mir wichtig ist, dass du nicht für alles einen Chatbot verwendest, lass uns einen Blick darauf werfen, was generative KI eigentlich machen soll. Kurzgefasst ist ihre Aufgabe neue Inhalte zu erschaffen und zwar so, dass die Inhalte von Mensch-gemachten Inhalten möglichst nicht unterschieden werden können. Und dabei ist generative KI auch mehr als nur ChatGPT, Gemini oder Sora mit seinen lustigen, kurzweiligen Videos. Generative KI kann Prozesse in der Forschung super unterstützen, indem sie z.B. dabei hilft, Muster zu erkennen. Ich selbst nutze es bei der Literaturverwaltung oder zur Erstellung von Grafiken. Generative KI ist also sehr vielfältig, aber vor allem das Trainieren der Modelle verbraucht Ressourcen (Geld, Chips, Energie u. a.).

Braucht das wirklich KI?

Wenn ein Inhalt nicht strukturiert, neu geschaffen oder altes Wissen in neuen Kontext gebracht werden muss, braucht es eigentlich keine KI. Die klassischen Suchmaschinen reichen für eine reine Frage-Antwort-Suche aus. Und nutzen dabei auch weniger Ressourcen. Auch wenn ich mein ChatGPT-Kochbuch sehr zu schätzen weiß, wenn es nur darum geht, ein x-beliebiges Pfannkuchen-Rezept rauszusuchen, nutze ich weiterhin den Marktführer Google und die originären Quellen, also Koch- und Backblogs.

Ist das langweilig oder altmodisch? Ich hoffe doch nicht. Es ist eher wie die Wahl des richtigen Werkzeugs. Bestimmt ist es auch mal lustig mit dem Ferrari die fünf Meter zum Bäcker um die Ecke zu fahren. Aber sinnvoll oder vernünftig ist es nicht. 

Aber KI nimmt doch das Denken ab

Ja, mit den richtigen Prompts und dem richtigen Verständnis von Technik und Möglichkeiten. Wenn du genau weißt, was du möchtest. Falls du häufiger bei LinkedIn unterwegs bist, hast du vielleicht schon die super Posts a la „neuer Content für 3 Jahre in nur 30 Minuten“ gelesen. Ein klassisches Beispiel für den Überhype. KI kann helfen, KI kann unterstützen. Das, was etwas abnimmt, ist häufiger auch weniger KI und mehr, dass irgendein Mensch über Automatisierung und Standardisierung nachgedacht hat.

Aber mir geht es hier weniger darum, dich zu demotivieren und mehr darum, eine Lanze für die klassische Suche in Suchmaschinen oder Internet-Verzeichnissen wie z.B. Wikipedia zu brechen. Es muss nicht immer das vollaufgeblähte KI-Tool sein. Häufig genug reicht auch eine einfache kurze Suche zu Fragen wie „10 Einschlaftipps für Kleinkinder-Eltern“ oder „5 breifrei Rezepten für Anfänger“. Denn abgesehen davon, dass bei solchen Suchen die Verwendung von Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Claude ein bisschen ist wie für die lieben Kleinen ein erlesenes 5-Gänge-Menü mit Trüffeln und Kaviar zu kochen: völlig überdimensioniert.

Und einen weiteren Nachteil hat es auch noch: das Interface der Chatbots ist vergleichsweise langweilig. Da sind mir die bunt gestalteten Blogs mit netten Food Fotografien doch irgendwie lieber. Zumal sie mit einer Zutat gespiekt sind, die die Chatbots bisher vermissen lassen: Persönlichkeit und Individualität. Und einem Hauch von Herzenswärme.

 

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